
Wir, die 12SV02, haben im Rahmen unseres Politikunterrichts ca. 200 Schülerinnen und Schüler anonym befragt, ob sie noch Interesse an Politik haben und welche Themen sie am meisten interessieren und beschäftigen. Dabei hat sich herauskristallisiert, dass Jugendliche ein sehr feines Gespür für das aktuelle Zeitgeschehen haben.
70% der Jugendlichen mit Interesse an Politik
Ausgangssituation für das Projekt war die vermeintliche Tatsache, dass sich immer weniger Jugendliche für Politik interessieren. Tatsächlich gaben 70% der befragten Schülerinnen und Schüler an, Interesse an Politik zu haben.
Betrachtet man die folgenden Themen, welche die Jugendlichen zurzeit politisch am meisten interessieren, dann lässt sich als erste Erkenntnis ableiten, dass vor allem die aktuell polarisierte Weltlage bei vielen zu einer Politisierung geführt hat:
Das vorzeitige Ende der Ampel-Regierung, die anstehende zweite Amtszeit von Donald Trump in den USA, der Israel-Palästina-Konflikt und das Thema Migration.
An erster Stelle und somit das Thema, was politisch am meisten interessantesten ist, ist aber der Anstieg der Mietpreise. Dies ist wahrscheinlich damit zu erklären, dass Mietpreise am ehesten einen direkten und unmittelbaren Effekt auf die Befragten und Ihre Familien erzeugen.
Das Erstarken von Rechts hat zu mehr Rassismus bei den Schülerinnen und Schülern geführt!
Unsere zweite Frage an die Schülerinnen und Schüler war, ob sie einen Effekt der Politik auf Ihren Alltag spüren, und wenn ja, in welchen Bereichen. Die Themen durften die Befragten selbst angeben.
Dabei hat die Hälfte (50,3%) der Befragten angegeben, einen Effekt in Ihrem Alltag zu spüren.
In erster Hinsicht wird das bei den Jugendlichen vor allem im Portemonnaie deutlich. Viele Befragte gaben an, dass sie aufgrund der Inflation der letzten Jahre einen spürbaren Anstieg der Lebenshaltungskosten spüren. Vor allem im Supermarkt und bei den Mietpreisen.
Unsere Jugendlichen haben ein feines Gespür für die politische Entwicklung
Viele Schülerinnen und Schüler gaben an eine Veränderung der Stimmungslage im Land in das Negative zu spüren. Dies äußert sich laut den Befragten zum einen, was die grundsätzliche Stimmung bei den Menschen angeht.
Damit lässt sich feststellen, dass die Jugendlichen dieser Schule nicht nur in ihrer eigenen "Bubble" leben und sich den wichtigen Entwicklungen im In- und Ausland verwehren, sondern diese vielleicht still, aber dennoch durchaus aufmerksam beobachten und auch in der Lage sind, die Konsequenzen dieser Entwicklungen bei der Bevölkerung zu schlussfolgern.
Die veränderte Stimmungslage äußert sich zum anderen aber auch teilweise bei den Befragten selbst, leider mit erschreckenden Erkenntnissen bezüglich des Themas Rassismus: mehrere Schülerinnen und Schüler gaben an, dass parallel zur politischen Stimmungslage, die sich zuletzt vermehrt nach rechts verschoben hat, auch die rassistischen Momente, die die Jugendlichen erfahren mussten, angestiegen sind.
Die Politik hat jeden dritten befragten Jugendlichen verloren
30% der Befragten haben angegeben kein Interesse an Politik zu haben, 34% haben angegeben Nicht-Wähler zu sein bzw. zu werden.
In den Antworten derjenigen, die kein Interesse an der Politik haben, wird deutlich, dass die Befragten sich resigniert der Politik abgewendet haben.
Dies hat zwei Hauptgründe: Zum einen haben viele die persönliche Erkenntnis gemacht, dass die Politik nicht viel an den Problemen unserer Zeit ändern kann und vor diesem Hintergrund sich ein intensiveres Verfolgen der politischen Entwicklung nicht lohnt. Des Weiteren wollen sich viele Schülerinnen und Schüler auch den Stress sparen, denn für viele Befragte heißt Politik = Probleme
Also liegen die Hauptgründe am Desinteresse weniger bei den Jugendlichen selbst, sondern mit dem negativen Image der Politik im Allgemeinen.
CDU vorne, BSW zweitstärkste Partei, AfD und Grüne schwächer. Die Wahlergebnisse der Schülerinnen und Schüler.
Eine Bundestagswahl unter den befragten Schülerinnen und Schülern hätte ein Wahlbeteiligung von 65,4%, was nur leicht unter dem Durchschnitt liegt und hätte folgendes Wahlergebnis:
CDU: 24,5%
BSW: 20,6%
SPD: 15,6%
FDP: 10,7%
AfD: 8,6%
Grüne: 5,2%
Sonstige: 14,9%
Umfrageanalyse
Drastische Unterschiede zum aktuellen Wahltrend ergeben sich nicht. Die CDU würde stärkste Kraft werden, die SPD bei 15% liegen und die FDP sogar ihr letztes Wahlergebnis halten können. Auffälligkeiten gibt es bei den Grünen und vor allem bei AfD und BSW.
Die Grünen würden auf nicht mal halb so viel Zustimmung kommen wie im aktuellen Bundestrend. Das ist erstaunlich, da sie in der Vergangenheit bei der Jugend sogar als überdurchschnittlich beliebt galten.
AfD und BSW würden ihre aktuellen Umfragewerte tauschen. Die Anzahl der Befragten, die diese zwei Parteien wählen würde, ähnelt dem Bundesschnitt, aber mit dem Unterschied, dass die Schülerinnen und Schüler vermehrt davon Abstand nehmen würden, die AfD zu wählen und sich eher dem BSW zuwenden. Es sollte in dem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben, dass auch bei einem Teil der Befragten die Themen Migration und Sicherheit eine Rolle spielen, welche eine der Hauptthemen beider Parteien darstellen.
Gesamtfazit: Die Jugend ist nicht zu unterschätzen!
Das Projekt hat hochinteressante Einblicke in die politische Sichtweise der Jugend geliefert. Es hat den Jugendlichen ein Sprachrohr gegeben, die die Hoffnung in die Politik verloren haben und es hat gezeigt, dass man den politischen Sachverstand der Jugend auf keinen Fall unterschätzen sollte, denn sie nehmen die Entwicklungen auf der Welt sehr wohl war !
Im Namen der 12SV02 und Frau Leicher bedanken wir uns bei den Schülerinnen und Schülern, die an der Umfrage teilgenommen haben, ihr habt das Projekt zu einem vollem Erfolg gemacht und an alle Nichtwähler: Geht wählen, denn...
es geht nicht darum, ob etwas passiert, wenn wir wählen,
sondern was passiert, wenn wir es nicht tun.
Denn dann überlassen wir unsere Zukunft komplett der älteren Generation...