Mehr als 180 Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit zur Information und Begegnung, die der Fachbereich Religion zusammen mit dem Schulsprecher organisierte, genutzt. Nach seinem Vortrag, gedolmetscht von G.Luu vom Versöhnungsbund, entwickelten sich angeregte und nachdenkliche Rückfragen.

Wo liegt eigentlich der Kongo, wird sich Mancher gefragt haben, denn momentan sind andere Staaten viel häufiger im Rampenlicht.

Der ehemalige Kindersoldat Junior Nzita berichtete von seinem großen Land im Herzen Afrikas. Der Kongo ist reich an Bodenschätzen und wunderschöner Natur, Heimat vieler unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen und doch:

„Jahrzehntelange Misswirtschaft, extreme Korruption und jahrelange Bürgerkriege machten den Kongo, der kurz nach der Unabhängigkeit (1960) eines der wirtschaftlich am höchsten entwickelten Länder Afrikas war und über die größten Naturreichtümer des Kontinents verfügt, zu einem der ärmsten Länder der Welt, das in allen Entwicklungsindikatoren weit hinten angesiedelt ist.“

(Artikel: Demokratische Republik Kongo , Wirtschaft (Wikipedia, 15.1.2016)

In dichten, eindrucksvollen Erzählungen lies Junior Nzita uns an seinen Lebenserfahrungen teilhaben. Was heißt es, als 12 Jähriger entführt und zum Kampf ausgebildet zu werden, mit Leidensgenossen schreckliche Dinge zu erleben und an schlimmen Taten beteiligt zu werden.

Jetzt als Erwachsener kann er erst darüber berichten und ist nun als ehrenamtlicher UNO-Sonderbotschafter weltweit unterwegs, um Öffentlichkeit herzustellen und so gegen die immer noch verbreitete Praxis der Kindersoldaten zu kämpfen.

Mehr als 180 Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit zur Information und Begegnung, die der Fachbereich Religion zusammen mit dem Schulsprecher organisierte, genutzt. Nach seinem Vortrag, gedolmetscht von G.Luu vom Versöhnungsbund (www.versoehnungsbund.de), entwickelten sich angeregte und nachdenkliche Rückfragen.

 

Seine Zeit als Kindersoldat, aber auch sein mühevoller und auch psychisch zermürbender Ausstieg – das war Thema dieser Gespräche. Da die damaligen Verantwortlichen auch heute noch Macht und Einfluss haben, war erkennbar, dass Junior Nzita vorsichtig mit Schuldzuweisungen war.

Öffentlichkeit und Aufklärung ist sein Thema. Er lebt in der Hoffnung, so Veränderungen zu ermöglichen. Sein Glaube, so machte er deutlich, stärkte ihn, den Weg der Gewalt und des Terrors hinter sich zu lassen. Leidenschaftlich plädierte er für ein Miteinander der Religionen, das eine größere Menschlichkeit zum Ziel hat.

 

In den Gesprächen beim Gehen konnte man hören:

Eine emotional beeindruckende Veranstaltung.

Gut, Jemanden zu erleben, der das überwunden hat und Veränderung scheinbar aussichtloser Bedingungen vorlebt.

Solche Gespräche mit interessanten Zeitzeugen könnte man wieder einmal machen. …

Das macht Mut, wieder einmal eine solche Veranstaltung anzubieten.

 

 

Text Size

Lehrerzimmer-Login