KLASSENPROJEKT „Frankfurt – Stadt der Vielfalt“

Am 04.04.2019 machte die Klasse 12FWE einen Stadtrundgang, in dem es um Duldung, Anerkennung und Abschiebung von Flüchtlingen ging. In dem Stadtrundgang sind wir mehrere Stationen durchgelaufen.

In einer Station haben die Stadtführer uns gezeigt, wie die Menschen aus den Kriegsgebieten, wie zum Beispiel Syrien, geflüchtet sind.

Nur Menschen, die nicht in Armut gelebt haben, konnten flüchten und hatten die Chance dazu. Die meisten Flüchtlinge sind in die Nachbarländer geflüchtet. Es wurde in Statistiken bewiesen, dass die Türkei die meisten Flüchtlinge aufgenommen hat, mehr als die komplette EU zusammen. Daraufhin kam die Fragestellung, weshalb die Flüchtlinge nicht mit dem Flugzeug hierher einreisen und stattdessen einen sehr qualvollen Weg auf sich nehmen. Die Antwort lautete: Weil sie kein Visum direkt bekommen und es gesetzlich kein Visum für das Flüchten gibt. Aus diesem Grund müssen sie beispielsweise mit 50 Personen auf einem Boot ohne Garantie, dass sie lebendig ankommen, in das nächste Land einreisen.

Um weitere Schwierigkeit der Flucht zu verdeutlichen, haben wir ein Spiel gespielt. Blind sollte eine Klassenkameradin durch ein Labyrinth laufen und den Stimmen der Klasse nachfolgen, doch es fiel ihr schwer und es sollte symbolisieren, wie schwer die Flüchtlinge es haben zum Ziel zu gelangen, vor allem weil ihnen die Wahrheit nicht immer mit auf den Weg gegeben wird.

Auf unserem Rundgang haben wir auf dem Boden Stichpunkte aufgeschrieben, was die Menschen nach einer Flucht zum Ankommen brauchen. Das wären zum Beispiel Akzeptanz, Unterstützung, eine Unterkunft, Nahrung und viele weitere Punkte, die für uns als selbstverständlich gelten.

Darüber hinaus haben wir das ehemalige Polizeigefängnis besucht. Das alte Klapperfeld wurde im Jahre 1886 gegründet, bis zum Jahre 2002 benutzt. Das Klappeffeldgefängnis besitzt 16 Einzelzellen und 2 Sammelzellen. Für uns war es schockierend, als wir zum ersten Mal ein Gefängnis und dann in so einem Zustand besichtigt haben. An den Räumen wurde nichts verändert, wir sahen alte Poster, Schriften an den Wänden, persönliche Zitate, dreckige Toiletten und vieles mehr, welches sich bis heute noch vor Ort befindet. Weshalb wir das Gefängnis besucht haben? Weil nicht nur Kriminelle eingebuchtet wurden, sondern auch Menschen ohne strafrechtliche Schuld. Das Gefängnis wurde genutzt, um illegale Einwanderer einzusperren bevor sie abgeschoben wurden.

Anhand der Aussagen, die die Gefangenen an die Wände schrieben, kann man erkennen, wie verletzt und verstört sie über die Einreise nach Deutschland waren.

Unser Ausflug hat uns eine neue Sichtweise gezeigt, bezüglich der einreisenden Flüchtlinge.

Es wurde uns klar, wie qualvoll sie hierher gekommen sind, dabei verlangen sie nicht viel, nur das, was jeder Mensch an Rechten hat und zwar um seine eigene Existenz aufzubauen. Daraus haben wir entnommen, dass es nie zu spät ist zu helfen und jeder einen Anteil zu leisten hat, wie zum Beispiel integrieren lassen, akzeptieren und mit kleinen Dingen Fortschritte bewirken.