FBS-Schüler treffen Jugendliche aus Norwegen, Spanien und Italien im norwegischen Mosjoen

Vom 12. bis 17. Mai 2014 trafen sich 15 Schülerinnen unserer Schule, begleitet von den Lehrern Dennis Wibrow und Mathias Alt, im Rahmen eines von der EU unterstützten Comenius-Projektes mit einer Gruppe aus Italien und Spanien in der norwegischen Stadt Mosjoen. Laura Mehlich, Schülerin der Klasse 11FII, berichtet von dieser außergewöhnlichen Reise:

 

Norwegen war schon immer ein Land, das mich interessiert hat. Die Berge, die Kultur sowie die Menschen, die in diesem Land leben. Mich interessierte schon immer, welche Interessen sie haben, wie sie leben oder ob das Land vergleichbar mit Deutschland ist.

Und dann bot mir die Franz-Böhm-Schule die Gelegenheit an einem Austauschprojekt nach Norwegen teilzunehmen. Ich wusste genau, das wird endlich die Möglichkeit sein, in ein anderes Land zu reisen, von dem man schon immer geträumt hat.

Dann war der Tag gekommen, an dem die Reise nach Norwegen begann. Wir trafen uns am Frankfurter Flughafen, checkten ein und gaben unsere Koffer ab.

Der Flug ging los - es war schon ein paar Jahre her, dass ich geflogen war, deshalb war es mir etwas mulmig im Bauch, als es in die Lüfte ging. In Amsterdam angekommen – einen Direktflug gab es nicht - warteten wir auf den 2. Flug nach Trondheim. Da angekommen suchten wir erst einmal unsere Pension. Von außen sah sie nicht so schön und auch nicht gerade sehr einladend aus. Jedenfalls bekamen wir unsere Zimmerschlüssel und gingen auf unsere Zimmer. Dort allerdings war ich sehr überrascht, wie modern und sauber es doch war. Es gab einen kleinen Fernseher, einen kleinen Tisch mit 2 Sesseln, eine kleine Küche und ein neu gefliestes Bad, welches sogar eine Fußbodenheizung hatte. Ich war sehr zufrieden. Und so machten wir uns dann auf den Weg zum Supermarkt, denn wir mussten uns abends immer etwas zu essen machen (mir gefiel das sehr gut, denn so konnten wir eigenständig kochen und uns aussuchen, was genau wir denn kochen wollten).

Am Abend genossen einige Schüler die Abendsonne (in Norwegen ist es im Mai noch bis spät in die Nacht hell) bei einem von den Lehrern angebotenen Stadtrundgang.

Der nächste Tag, Dienstag, begann mit der 5-stündigen Zugfahrt, welche wirklich anstrengend war. Auch war sie für mich eher langweilig, wobei die Landschaft, die ich erblicken konnte, wirklich schön war.

In Mosjøen (sprich: Muschön) angekommen, bemerkte ich schnell, dass es wie eine Art Dorf oder wie Leben auf dem Land wirkte. Man sah Berge und die Häuser waren eher bunt als grau wie in Deutschland. Ein Haus, das in Norwegen gebaut wird, hat viel mehr Fläche auf der es steht, also hat man viel mehr Platz drum herum. Auch bestehen die Häuser an der Fassade meist aus bunten Holzplanken oder Holzbrettern.

In unseren Bungalows bzw. Camping-Holzhütten angekommen, schauten wir uns unsere Zimmer an und holten uns etwas aus dem Supermarkt zu Essen, denn es war schon Nachmittag geworden. Den ersten Kontakt zu unseren norwegischen Austauschschülern konnten wir auch schon knüpfen. Einige von uns unternahmen eine erste kleine Wanderung auf einen Berg in der Nähe, um von dort einen Panoramablick auf die Stadt zu genießen.

Am Mittwochmorgen ging es dann mit den Norwegern zu ihrer Schule. Was mir direkt auffiel war, dass die meisten Schüler in den Schulgebäuden auf Socken herumliefen. Als wir in einem Klassenzimmer ankamen, wurden wir direkt mit in den Unterricht hineingenommen und machten, (soweit wir es konnten) im Unterricht mit. Ich merkte, dass auf jedem Tisch ein Laptop sowie Handy lagen, welche die Schüler jederzeit benutzen durften, ohne dass der Lehrer sagte: „Leg das Handy weg!“ Meinem ersten Eindruck nach ist der Unterricht in Norwegen viel gelassener, viel ruhiger und auch viel selbstständiger als bei uns in Deutschland, da die Schüler viel in Gruppen arbeiten. Ab und zu ging der eine oder andere aus dem Unterricht ohne ein Wort zu sagen, holte sich etwas aus der Kantine zu essen und setze sich an seinen Platz, es schien als sei es das Normalste der Welt.

Im Laufe unseres Aufenthaltes besuchten wir insgesamt 3 Schulen: Die berufliche Schule Kippermoen, die Oberstufenschule Sentrum und die landwirtschaftliche Schule Marka. In jeder dieser Schulen ging es scheinbar recht locker zu, anscheinend ist es Standard, dass die Schüler so behandelt werden. Außerdem fiel mir auf, dass die Lehrer alle mit Vornamen angesprochen werden, und man merkte, dass es eine viel engere Beziehung zu den Schülern gibt.

Am selben Vormittag wurden wir auch offiziell vom Direktor der Schule sowie von ein paar Lehrern begrüßt. Wir erhielten einige Informationen zum Comenius-Projekt sowie über die norwegische Schule.

Gegen Mittag wurden wir dann von der Schule eingeladen, in der Schulkantine zu essen. Es gab Lachs mit Kartoffeln und einer Joghurtsoße. Das Essen dort war für eine Kantine sehr gut. Anschließend zeigten uns die Schüler die Stadt, die Häuser, erzählten uns etwas über die Fjorde und sie erklärten uns, dass eine dieser Straßen, auf der wir uns befanden, eine der berühmtesten und ältesten Straßen mit Häusern aus dem 17. Und 18 Jahrhundert ist. Auch wenn Mosjøen keine große Stadt ist, hat sie meiner Meinung nach sehr viel Charakter. Man hat das Gefühl, dass dort mehr Ruhe und nicht so viel Stress herrscht wie in Deutschland. In Norwegen ist es so, dass du das Gefühl hast, geborgen zu sein. Außerdem fahren dort nicht so viele Autos und Hochhäuser gibt es schon gar nicht.

Was mir immer wieder auffiel waren die Hosen, die einige Norweger anhatten (es waren meist rote oder blaue Latzhosen, und am Brustteil, welches heruntergeklappt war, konnte man die norwegische Flagge erkennen). Ich fragte die Norweger, was es denn mit diesen Hosen auf sich hatte. Sie erzählten mir, dass diese Hosen immer kurz vor dem Abitur von den Abschlussschülern getragen werden und es sei eine Art Tradition, welche schon seit 1905 bestehen würde. In diesen Hosen trugen sie meist Karten mit sich, auf denen dann verschiedene lustige oder auch perverse Sprüche standen. Fragte man einen der Abiturienten, ob er eine solche Karte bei sich trug, so gab er einem diese. So entwickelte sich eine Art Wettkampf, wer die meisten Karten sammeln würde.

Während wir den Mittwochabend dann gemeinsam mit den norwegischen Schülern in der Stadt, in unseren Campinghütten oder in Bowlingbahn verbrachten, wartete am Donnerstagvormittag in der Sentrum-Schule eine Musikvorführung auf uns. 5 Jungs absolvierten ihr Musik-Examen und wir durften zuhören. Ich war begeistert, was für ein Talent diese fünf Jungs hatten. Wirklich außergewöhnlich. Auch waren wir am Vormittag mit den Norwegern im dortigen Deutsch-Unterricht. Wir stellten aber fest, dass der Lehrer nicht kam und sie somit eine Freistunde hatten. Also nahmen wir allen Mut zusammen und machten selbst eine Deutschstunde, welche sehr amüsant geriet, da sich Deutsch mit dem norwegischen Akzent wirklich sehr komisch anhört. Dennoch sprachen einige von ihnen recht gut Deutsch und konnten sich gut ausdrücken, was ich sehr bewundernswert fand, denn die deutsche Sprache ist – wie wir alle wissen - nicht gerade einfach. Da ist Englisch schon viel einfacher.

Anschließend fuhren wir zu einer Landwirtschaftsschule, in der einige Schüler auch wie in einem Internat lebten. Dort lernen die Schüler verschiedenste Dinge, z.B. wie sie mit Pferden oder im Allgemeinen mit Tieren umzugeben haben. Sie lernen vieles über die Wälder, die Bearbeitung von Bäumen. Was mir hier auffiel war, dass es – zumindest am Nachmittag - keinen richtigen Unterricht gab, denn auch hier lernten die Schüler eigenständig. Wer Lust zu lernen hatte, setze sich mit ein paar Freunden in einen Raum und lernte z.B. Chemie, was natürlich Vorteile mit sich bringt, da man sich untereinander helfen kann, was aber auch nachteilig ist, da man scheinbar nicht sofort direkt einen Lehrer fragen kann. Es kommt also immer auf die Personen an, ob sie diese Freiheit ausnutzen oder ob sie diese „Freizeit“ auch wirklich für ihren Lernstoff nutzen, denn auch sie müssen irgendwann ihre Prüfungen schreiben.

Gegen 19 Uhr gingen wir gemeinsam mit den norwegischen Schülern in ein Restaurant, welches  zwar recht teuer war, was aber in Norwegen zur Normalität gehört. Norwegen ist nicht gerade ein billiges Land, es ist richtig teuer Essen zu gehen oder im Supermarkt Lebensmittel zu kaufen, weshalb wir immer kalkulieren mussten.

Am Freitag mussten wir uns dann wieder auf die Rückreise nach Trondheim machen: 5 Stunden Zugfahrt warteten wieder auf uns. Am Nachmittag angekommen kauften wir Geschenke für die Familien oder Freunde. Auch zu Essen machten wir uns selbst.

Am Abend gingen wir mit den Lehrern noch in einer Bar etwas trinken, was sich allerdings als schwieriger herausstellte als gedacht. In Norwegen ist es nämlich ab 20 Uhr nicht nur nicht mehr erlaubt Alkohol an Jugendliche auszuschenken, nein, diese dürfen sich auch nicht mehr in solchen  „Restaurants“ oder Bars aufhalten. Und dies gilt ab 21 Uhr sogar für bis zu 20-Jährige.

Nachdem wir dann ausdrücklich gebeten wurden, die Lokalität zu verlassen, gingen wir auf eine Art Rummel, fuhren gemeinsam mit den Lehrern Autoskooter und Karussells und hatten eine Menge Spaß.

Am Samstagmorgen ging es dann mit dem Bus zum Flughafen von Trondheim. Wir flogen wieder von Trondheim nach Amsterdam und von dort aus nach Frankfurt. Erschöpft, aber um Erfahrungen reicher, kamen gegen ca. 18 Uhr in Deutschland an.

 

 

Mein Fazit:

Ich war und bin mit dem ganzen Trip sehr zufrieden. Mir hat das selbstständige Zusammenleben mit meinen Klassenkameraden sehr gut gefallen. Wir hatten zwar ein straffes Programm, welches von den norwegischen Schülern sehr gut durchdacht und organisiert worden war. Dennoch hatten wir aber unseren Freiraum und konnten uns selbst beschäftigen, wie etwa mit Bowling spielen oder mit den Norwegen in ihrem Jungendtreff rumhängen und Spaß haben.

Die Norweger, die ich kennen gelernt habe, waren sehr offen, kamen auf uns zu, halfen uns und lachten mit uns. Ich würde sehr gerne noch einmal nach Norwegen fahren.

Was ich sehr schade fand, war dass es leider oft bewölkt war und wir das Polarlicht, was ich mir erhofft hatte zu sehen, leider nicht gesehen haben.

Dennoch, alles in allem, war das eine sehr schöne und empfehlenswerte Erfahrung, welche ich sehr gerne wiederhohlen würde. Wer also die Möglichkeit hat, nach Norwegen zu reisen, sollte diese Gelegenheit nutzen, denn gesehen sollte man Norwegen haben.

Kontakt Internationale Projekte

Sie haben weitere Fragen zu unseren Projekten?

 

Dann kontaktieren Sie die Koordinatorin für Internationale Projekte, Frau Longoni-Neff

oder Herrn Wibrow.

 

Weitere Ansprechpartner für den Austausch mit Polen, der vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk gefördert wird, sind Frau Tomaszewska und Herr Trageser.

Termine

22.Aug. 13.30 - 14.30

29.Aug. 13.30 - 14.30

05.Sep. 09.50 - 11.20

12.Sep. 15.00 - 17.00

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